Dekarbonisierung beginnt im Ofen.

Beim 6. Freiberger Feuerfestsymposium der Deutsche Keramische Gesellschaft e. V. haben wir die Frage gestellt: Wie können wir Prozesse in der Keramikindustrie ökonomisch sinnvoll dekarbonisieren?

Unser Ansatz ist klar: Der entscheidende Hebel liegt im Ofen selbst.

Gerade in der Grobkeramik, wo große Massen, lange Brennzeiten und hohe Temperaturen zusammenkommen, ist der Energieeinsatz entscheidend. Wer hier ansetzt, kann einen spürbaren Unterschied machen.

Der Wechsel von gasbeheizten zu elektrisch beheizten Prozessen bedeutet dabei mehr als nur einen Energieträgerwechsel. Die Wärmeerzeugung und -übertragung im Ofen verändert sich und damit auch die Prozessführung.

Genau darin liegt der Vorteil.

Elektrische Beheizung ermöglicht eine präzise Temperaturführung und gleichmäßige Wärmeverteilung, entscheidend für stabile Prozesse und reproduzierbare Qualität, auch bei großen und anspruchsvollen Produkten.

Unsere Projekte zeigen, was heute bereits möglich ist:

  • bis zu 50 % Energieeinsparung
  • CO₂-freie Brennprozesse bei elektrischer Beheizung
  • hohe Prozessstabilität und Reproduzierbarkeit
  • konstante Qualität über Produktionschargen hinweg

Und das nicht im Labor, sondern im industriellen Einsatz über verschiedene Ofentypen hinweg: vom Rollenofen und Tunnelofen für kontinuierliche Prozesse bis hin zu Herdwagenöfen für flexible und diskontinuierliche Anwendungen.

Gleichzeitig gilt: Elektrifizierung ist kein Selbstläufer. Netzanschluss, Lastmanagement und wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden. In vielen Fällen bleibt auch die gezielte Optimierung bestehender Anlagen ein sinnvoller Weg.

Aber: Die Technologie ist verfügbar. Sie funktioniert. Und sie wird bereits eingesetzt.

Die eigentliche Frage ist nicht mehr das Ob, sondern das Wie. Vielen Dank für den offenen Austausch in Freiberg!

#Dekarbonisierung #Thermoprozesstechnik #Elektrifizierung #Grobkeramik #Keramikindustrie #Ofentechnologie #Energieeffizienz #Innovation